Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kommt es an Totholz zur Bildung von Haareis. Ein Phänomen bei dem sich feine, haarähnliche Eiskristalle auf dem morschen Holz bilden. Voraussetzung dafür sind eine hohe Luftfeuchtigkeit, Windstille, und ein Pilz dessen Stoffwechsel das Wasser im Holz zersetzt, es herausdrückt und durch das Nachströmen kontinuierlich zu diesen hauchdünnen Fäden formt, welche bei Sonne und Wärme sofort schmelzen. Auf den ersten Blick sieht es immer aus, als hätte jemand sein Tempotaschentuch im Wald fallengelassen. Angelblich ist Haareis selten zu finden, bei uns im Wald kann man es allerdings jeden Winter regelmäßig in großen Mengen entdecken. Anscheinend sind hier die Bedingungen günstig. So eine richtige Idee, wie man diese zarten Gebilde in Szene setzt, ist mir noch nicht gekommen. Daher hier ein paar eher dokumentarische Stilleben von Haareis auf Blättersalat.
Eine weitere spannende Entdeckung auf dem Waldboden war dieser große Hexenring. Als Hexenring werden solche runden oder halbrunden Wuchsbilder von Pilzen bezeichnet, die dadurch entstehen, dass das Myzel (also das Wurzelwerk) in alle Richtungen gleich schnell wächst und so einen Kreis bildet. Habe ich so auch noch nie gesehen und finde es sehr faszinierend. Fotografisch war es schwierig, den kompletten Kreis aufs Bild zu bekommen. Zum Glück habe ich immer ein kleines Weitwinkel-Pancake im Rucksack, sonst wären es nur Pilzportraits geworden.





Petra (Dienstag, 14 April 2026 18:38)
Liebe Silke, ich habe mir gerade Deine wunderschönen Aufnahmen angesehen und mit grossem Interesse Deine blog Artikel gelesen. Besonders spannend finde ich die Phänomäne im Wald. Haareeis und auch die kreisförmig angeordneten Pilze sind mir tatsächlich noch nie aufgefallen. Wie schön dass Du sie fotografisch festgehalten hast.
Liebe Grüsse, Petra